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10 Gründe gegen In Ear Monitoring (IEM) und wann Bühnenlautsprecher die bessere Wahl sind.

Solltest du In‑Ear‑Monitoring wirklich nutzen – oder lieber nicht? So genial ein IEM System auch ist, es bringt einige Herausforderungen und Probleme mit sich, die man vor dem Kauf kennen sollte. Hier sind 10 Gründe gegen In‑Ear‑Monitoring, aus der Praxis für Bands, Worship‑Teams und Kirchen‑Techniker.


1. Eingeschränkte Kommunikation

Wer mit In Ear Monitoring spielt, hat naturgemäß die Ohren „zu“. Das erschwert spontane Zurufe und verbale Kommunikation. Du kannst zwar kurz einen Hörer herausnehmen, aber das ist problematisch – plötzlich hörst du den Monitor Mix nicht mehr und das Wiedereinsetzen ist meist schwierig. Dann sitzt der Hörer nicht mehr richtig aber der Sitz ist maßgeblich für guten Klang. Praktische Lösungen: ein Talkback‑System (z. B. Talkback-Mikrofone oder auch ein Hearmix Pro*). So können Musiker und Techniker kommunizieren, ohne die Hörer abzusetzen.


2. Gefühl der Abgeschlossenheit beim In Ear Monitoring

Ein häufiges IEM‑Problem: Die Außenwelt verschwindet. Du hörst fast nur noch dein IEM‑Signal, kaum mehr Luftschall oder Publikumsreaktionen. Das wirkt schnell unnatürlich isoliert. Helfen können Ambience‑Mikrofone oder IEM‑Hörer mit spezieller Ambience-Bohrung, damit du dich und den Raum wieder besser wahrnimmst.


3. Höhere Anforderungen ans Mischpult

Ein Stereo‑In‑Ear‑Mix braucht doppelt so viele Aux‑Wege oder Busse wie ein Mono‑Mix. Das bedeutet: Dein Mischpult muss genügend Aux‑Kanäle bieten, und nicht jedes Pult ist dafür geeignet. Wer mehrere Musiker mit individuellen Stereomixen versorgen möchte, stößt hier schnell an technische Grenzen. Und dann haben wir noch gar nicht über Klangregelung gesprochen. Da Monitoring und FoH meist unterschiedliche Anforderungen haben wären eigentlich ein zweites, separates Mischpult oder zumindest duplizierte Kanäle eine wichtige Voraussetzung.


4. Okklusionseffekt

Wenn Sänger die eigene Stimme übertrieben bassig und dumpf wahrnehmen – das ist der Okklusionseffekt. Er entsteht beim Sprechen und Singen, weil dicht sitzende In‑Ear‑Hörer den Gehörgang abschließen. Das Problem kannst du einfach nachvollziehen, wenn du mal sprechend deine Ohren verschließt. Kein Wunder, dass Sänger sich besonders schwer tun mit In Ear Monitoring. Aber es gibt Hilfe! Mit speziellen Techniken beim Monitoring kann man das minimieren. (Wie das funktioniert lernst du für verschiedene Mischpulte im Kursbereich.)


5. Personalaufwand und Know‑how

Ein gutes IEM‑System braucht Fachwissen: Wer mischt den In‑Ear‑Mix? Wie funktioniert Personal Monitoring? Wer pegelt ein? Gerade in Gemeinden mit Ehrenamtlichen oder neuen Tontechnikern kann das zu Überforderung führen. Eine Schulung oder ein Tontechnik‑Seminar ist hier sehr empfehlenswert.


6. Verlust des musikalischen Zusammenspiels

Ein unterschätztes Risiko: Musiker verlieren leicht das Gefühl füreinander, wenn sie permanent isoliert hören. Das „aufeinander Hören“ will neu gelernt werden. Manches Team berichtet, dass der musikalische Zusammenhalt verloren ging, weil jeder „in seiner eigenen Welt“ spielte. Es braucht also Übung und Zeit – und eventuell technische Unterstützung, um wieder gemeinschaftlich zu grooven.


7. Qualität und Pflege der Hörer

Ein IEM‑System ist nur so gut wie die Hörer selbst. Billige Ohrhörer bedeuten häufig schlechten Klang – und damit kein echtes Monitoring. Außerdem hat oft jeder Musiker ein anderes Modell, was den Monitor-Mischer herausfordert. Hinzu kommen hygienische Probleme durch Schweiß und Ohrenschmalz (Cerumen). Ohrhörer brauchen regelmäßige Reinigung und Pflege. Und: Gute Custom‑In‑Ears kosten schnell so viel wie ein hochwertiger Bodenmonitor.


Hochwertige, maßgefertigte, personalisierte Custom In Ear Hörer
Hochwertige, maßgefertigte, personalisierte Custom In Ear Hörer

8. Kosten und Komplexität

Ein funktionierendes IEM‑System setzt sich aus vielen Komponenten zusammen: Funkstrecken, Hörer, Splitter, Ambience‑Mikros, Mischpult mit genügend Aux-Wegen – und natürlich Know‑How. Die Kosten für ein hochwertiges In Ear System können schnell deutlich größer werden, als das für ein paar gute Bühnenmonitore. Gerade für kleine Kirchen oder Bands kann das das Budget schnell sprengen.


9. Wohlfühlfaktor auf der Bühne

So leise wie möglich ist nicht immer so angenehm wie gedacht. Manche Musiker “fühlen” den Sound nicht mehr, wenn keine Schallwellen von Bühnenmonitoren oder Amps kommen. Das kann das Spielgefühl beeinträchtigen. Lösungen wie Buttshaker‑Systeme oder Side Fills bringen das physische Gefühl möglicherweise zurück, teilweise verliert man dadurch aber auch en Vorteil der leisen Bühne. Wichtig bleibt: Wohlfühlen kommt zuerst – guter Klang braucht auch Musiker, die sich wohlfühlen.


⚠️ Die Checkliste für exzellenten Kirchensound

Allerdings gibt es eine Vielzahl an Einflussfaktoren für hervorragenden Live-Sound. Mit der Checkliste für exzellenten Kirchensound bekommst du ein einfaches Tool, mit dem du euer System prüfen, Fehler finden und Verbesserungen planen kannst.


10. Skalierbarkeit & Flexibilität

Jede zusätzliche Person auf der Bühne braucht einen eigenen Kopfhörerverstärker oder Funkkanal und Kopfhörer. Je mehr Musiker oder Sänger (spontan) mitmachen, desto größer der Aufwand. Besonders bei Chören oder wechselnden Besetzungen wird es schnell unübersichtlich. Plane daher immer zusätzliche Monitor‑Wege für spontane Musiker ein – das spart Stress beim Soundcheck. Die Skalierbarkeit ist mit Bühnenlautsprechern trotzdem deutlich einfacher.


Fazit: In Ear Monitoring ist kein Allheilmittel. Es verbessert vieles – bringt aber auch neue Herausforderungen mit. Wer die typischen IEM‑Probleme kennt, kann sie gezielt lösen. Nur so wird aus „Ich hör mich nicht!“ ein konstanter, gesunder und inspirierender Bühnensound – gerade in Kirchen und Worship‑Umgebungen. Wer nicht bereit ist die neuen Herausforderungen auch konsequent zu lösen mit Bühnenlautsprechern besser beraten.


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