Behringer WING vs. Allen & Heath QU welches Mischpult passt besser zu deiner Kirche?
- Benjamin Heckmann

- vor 4 Tagen
- 6 Min. Lesezeit
Die Behringer WING Compact* und Allen & Heath QU-5* Mischpulte wirken auf den ersten Blick sehr ähnlich. Wenn wir ein bisschen tiefer reingehen, sehen wir aber schnell, dass sie auf ihre eigenen Weisen sehr unterschiedlich sind. In diesem Artikel vergleiche ich, wie diese beiden Pulte aufgebaut sind und gebe dir einen Tipp, für wen das eine oder das andere besser geeignet ist – insbesondere im Kontext Kirche und Gottesdienst.
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Im Moment kosten diese beiden Mischpulte nahezu genau dasselbe. Wenn man die QU-5D* mit der Dante-Version mit der WING Compact vergleicht, liegen sie innerhalb von weniger als 100 Euro auseinander. Das macht beide Mischpulte besonders interessant für Personen, die sehr budgetorientiert ein digitales Mischpult kaufen möchten.
Anschlüsse der WING Compact und QU-5D
Die ersten größeren Unterschiede finden wir an den Anschlüssen. Die schauen wir uns als Erstes an.
Die QU-5* gibt uns 16 Eingänge als XLR/Klinke-Combos für Mikrofone oder auch Line-Signale. Die Behringer WING Compact* dagegen gibt uns 24 Eingänge. Hier haben wir also schon einen deutlichen Unterschied.
Auf der Ausgangsseite ist es ein bisschen ähnlich, nur ist der Unterschied nicht ganz so groß. Wir haben acht Ausgänge bei der Behringer WING Compact* und zwölf an der QU-5*. Darüber hinaus hat die QU-5* einen AES/EBU-Ausgang. Das hat die WING Compact* auch, aber zusätzlich noch einen Input.
Außerdem gibt es bei der QU-5* mehrere Klinken-Ein- und Ausgänge, einen dedizierten Talkback-Eingang und einen Fußschalteranschluss. Das finden wir auf der WING Compact* nicht. Dafür hat die WING* mehr XLR- und XLR/Klinke-Combo-Inputs, sowie einen GPIO-Anschluss, der auch für die Steuerung durch einen Fußschalter genutzt werden kann.
Digital gibt es ebenfalls klare Unterschiede. Bei der QU-5D*, also der Version mit integrierter Dante-Schnittstelle, finden wir einen zweiten EtherCON. Dazu kommen SLink für die digitalen Stageboxen von Allen & Heath und ein Netzwerkanschluss zur Fernsteuerung.
Bei der WING Compact* haben wir ebenfalls Netzwerkanschlüsse, und zwar gleich zwei Stück. Eines davon kann mit einer optionalen Karte als Audio over IP genutzt werden, zum Beispiel mit Dante. Außerdem lässt sich das Mischpult über Tablets oder andere Endgeräte fernsteuern. Neben den Netzwerkanschlüssen gibt es auch einen USB-Anschluss, der als USB-Interface genutzt werden kann. Bei der QU-5 ist das ebenfalls vorhanden, dort aber als USB-C-Anschluss ausgelegt.
Außerdem hat Behringer gleich drei AES50-Ports. Damit wird eine sehr flexible Verkabelung mit Stageboxen oder mehreren Pulten möglich. Hinzu kommt der StageConnect-Anschluss, über den sich mit einem XLR-Kabel mehrere Ein- und Ausgänge verwalten lassen.
Die WING Compact* bietet außerdem einen Erweiterungskartenslot, in dem standardmäßig die SD-Recorder-und-Player-Karte verbaut ist. Andere Karten sind optional nachrüstbar. Das ist ein großer Unterschied zur Allen & Heath QU-5*, denn diese hat keine Möglichkeit, nachträglich digitale Erweiterungen einzufügen. Auch auf der QU-5* findet man jedoch einen einzelnen SD-Kartenslot für Audioaufnahme oder Wiedergabe.

Bedienung und Oberfläche
Bei den Bedienoberflächen fällt zuerst der Formfaktor auf. Beide Mischpulte lassen sich in ein 19-Zoll-Rack integrieren. Bei der QU-5* ist dafür ein optionales Einbau-Kit* verfügbar, das WING* kommt mit passenden Schienen.
Fast alle aktuellen Mischpulte setzen heute auf einen großen Bildschirm, und auch hier spielt das eine wichtige Rolle. Die QU-5* bietet ein 7-Zoll-Display, das im Vergleich zum Vorgänger noch einmal verbessert wurde. Die Behringer WING Compact* geht noch einen Schritt weiter und bringt einen 10-Zoll-Touchscreen mit. Das kann die Bedienung einfacher machen, einfach weil mehr Platz auf dem Bildschirm zur Verfügung steht. Das heißt aber nicht automatisch, dass die WING Compact* insgesamt einfacher zu bedienen ist.
Die QU-5* setzt zusätzlich auf einen dedizierten Channel Strip. Die wichtigsten Funktionen wie Preamp-Gain, Hochpassfilter, Gate, Kompressor und der vierbandige parametrische Equalizer sind direkt zugänglich. Dazu kommen 16 Kanalfader plus Masterfader, also insgesamt 17 Fader. Der Channel Strip macht auf so einem kleinen Mischpult sehr viel aus.
Die WING Compact* hat insgesamt 12 Fader plus Masterfader, also 13 Fader. Hier arbeitet man stärker über das Display und mit frei zuweisbaren User-Tasten, die mit vielen Funktionen belegt werden können. Auch das QU-5* hat acht Softkeys. Die QU-5* bringt viele wichtige Funktionen wie Pre/Post-Schaltungen, Send-Zuweisungen, Copy-Paste, Reset und grafischen EQ schnell erreichbar auf fest belegten Tasten mit. Die WING Compact bietet mehr Freiheit, verlangt aber auch mehr Orientierung im Bedienkonzept.
Kanäle, Busse und Matrizen
Ein weiterer großer Unterschied ist die maximale Anzahl der Ein- und Ausgänge. Die Behringer WING Compact* kann bis zu 48 Kanäle mischen, die sowohl Mono als auch Stereo sein können. Wenn du alles Stereo verwenden wolltest, könntest du bis zu 96 einzelne Inputs verwalten. Die QU-5* ist auf maximal 38 Eingänge ausgelegt, davon sind 6 Stück fix Stereo und 32 Mono, können aber zu Stereo-Kanälen verlinkt werden.
Auch bei den Bussen gibt es große Unterschiede. Die WING Compact* kann bis zu 16 Busse verwalten, die alle entweder Mono, oder Stereo sein können. Die QU-5* hat insgesamt 12 Busse zu bietet. Alle können mono genutzt werden oder jeweils zwei Busse zu einem Stereobus verlinkt werden. Dabei verringert sich die Zahl der separaten Mischungen entsprechend.
Beide Mischpulte bieten Matrizen, aber auch hier geht die WING Compact* weiter. Solche Matrizen können sehr nützlich sein für Recording-Aufgaben, für Streaming-Sends, für Lautsprechermanagement und vieles mehr. Gerade in der Kirche ist das ein echter Vorteil, wenn du verschiedene Ziele oder Lautsprechergruppen bedienen musst.

Für wen ist welches Pult besser geeignet?
Die QU-5* ist aus meiner Sicht darauf ausgelegt, auf möglichst kleinem Raum möglichst einfachen Zugriff auf viele Funktionen zu bieten, die man ständig braucht. Sie will sich intuitiv wie ein analoges Mischpult bedienen lassen, soweit man das bei digitalen Mischpulten sagen kann. Die Aufteilung mit Inputs, Stereo-Kanälen, Effects, Sends, Returns und DCA ist sehr geradlinig und intuitiv.
Darüber hinaus hat Allen & Heath in die QU-Serie inzwischen Assistenzsysteme eingebaut, mit denen man zum Beispiel den Gain oder die Rückkopplungsentzerrung automatisiert einstellen lassen kann. Das macht das Mischpult zusätzlich noch einmal intuitiver.
Dadurch ist die QU-5* besonders gut geeignet für feste Setups, bei denen nicht ständig alles umgebaut wird. Wenn du in der Kirche also ein übersichtliches Mischpult suchst, das schnell zu lernen ist und sich auch für Ehrenamtliche gut eignet, ist das eine hervorragende Wahl.
Die Behringer WING Compact* geht einen anderen Weg. Sie bietet unglaublich viel Flexibilität für ein Mischpult dieser Größe. Mit 24 physischen Eingängen, vielen Routing-Möglichkeiten, Erweiterungskarten, zahlreichen Effekten und umfangreichen digitalen Optionen richtet sie sich eher an komplexere und sich verändernde Setups.
Das macht sie besonders spannend für Anwendungen, bei denen du mehr Kanäle, mehr Routing und mehr Freiheit brauchst. Gleichzeitig bedeutet das aber auch: Man muss wissen, was man tut. Die WING Compact* ist viel komplexer, aber auch deutlich individueller.

Fazit für die Praxis
Wenn du ein Mischpult für die Kirche suchst, das schnell zu lernen ist, sich einfach bedienen lässt und für feste Setups ideal ist, dann ist die Allen & Heath QU-5* eine sehr starke Lösung.
Wenn du dagegen maximale Flexibilität, viele Routing-Möglichkeiten und mehr digitale Erweiterbarkeit brauchst, spielt die Behringer WING Compact* ihre Stärken aus.
Beide Mischpulte sind in ihrer Preisklasse sehr attraktiv. Entscheidend ist am Ende nicht nur, was das Pult kann, sondern wie gut es zu deinem Team, deinem Setup und deinem Arbeitsablauf passt.
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